Herdermer Vokalensemble Freiburg

Der Kammerchor der Pfarrgemeinde Nord

Quelle: CD1988

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Nächstes Konzert

Mendelssohn: ELIAS

Vokalsolisten, Herdermer Vokalensemble, Freiburger Kantorei, Philharmonie Breisgau
 
Samstag, 23.06., 17 Uhr Ev. Ludwigskirche Freiburg
Sonntag, 24.06., 17 Uhr Ev. Ludwigskirche Freiburg
Eintritt zu 23 / 18 € bei reservix und an der Abendkasse

Konzertkritik in der BZ vom 27.12.2017

über: J.S. Bach, Weihnachtsoratorium, 1-3 und 6

Quelle: Bianca Flier, BZ 27.12.2017
Begeisterten Beifall erntete die Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Bach in der Martinskirche durch das Herdermer Vokalensemble und Consort. Unser Foto zeigt (von rechts nach links) die Solisten Hans Jörg Mammel, Leonhard Geiger, Nina Amon, Regina Kabis und Dirigent Christian Drengk. Foto: Bianca Flier

Bis auf die Wilhelmsstraße hinaus reichte die Schlange der Wartenden, die sich am Vorabend von Heiligabend zur Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach in der Müllheimer Martinskirche eingefunden hatten. Erst kurz vor Beginn wurde dann endlich Einlass gewährt. Aber aller Unmut war vergessen, als die erste der Kantaten des einzigartigen Weihnachtsklassikers mit dem von Pauken und Trompeten glorifizierten "Jauchzet, frohlocket" begann. Das Warten hatte sich gelohnt.

 
Aufgeführt wurden die Kantaten eins bis drei und sechs des barocken Meisterwerks vom Herdermer Vokalensemble und Consort mit Konzertmeisterin Elena Graf und den Solisten Regina Kabis (Sopran), Nina Amon (Alt), Hans Jörg Mammel (Tenor) und Leonhard Geiger (Bass). Die Gesamtleitung lag in den Händen von Christian Drengk.

Das Konzert war mit Spannung erwartet worden, denn die Vortragenden mussten sich an Rundfunk- und Fernsehübertragen sowie CD-Einspielungen weltberühmter Ensembles messen lassen. Da lag die Messlatte nicht eben niedrig. Doch das Live-Erlebnis war grandios genug, um die Hörer, die auch noch den letzten Platz der Kirche besetzten, zwei Stunden lang mucksmäuschenstill und gebannt lauschen zu lassen. Die zu Gehör gebrachten Kantaten sind diejenigen Teile des Werkes, die vom Komponisten für die Weihnachtstage und Epiphanias vorgesehen waren.

Obwohl das Herdemer Vokalensemble keinen Riesenchor darstellt, wurden die Sängerinnen und Sänger ihrer großen Aufgabe bestens gerecht. Die Choräle verrieten Andacht und Innigkeit und hielten auch in der Intonation den Ansprüchen stand. Der Chor hatte zudem mit dem Herdermer Consort einen professionell agierenden Instrumentalpartner. Man spürte, dass beide Formationen in der sakralen Musik zu Hause sind – das Vokalensemble ist der Kammerchor der evangelischen Freiburger Ludwigskirche und des Stadtkantorats der Münsterstadt.

Auch die Solisten erbrachten beachtliche Leistungen, allen voran der Bassist Leonhard Geiger, dessen profunde Auslotung tiefer Lagen und starkes Timbre beeindruckten. Das wurde gleich in seiner ersten Arie "Großer Herr und starker König" deutlich. Sopranistin Regina Kabis verlieh ihren Arien ein warmes, luzides Stimmbild. Mit dem "Fürchtet euch nicht" des Engels, der in vielen Einspielungen von einem Kindersopran gesungen wird, gab sie der göttlichen Botschaft an die Hirten ein helles und zugleich machtvolles Element. Nina Amon bewältigte ihre Arien mit kontinuierlich überzeugendem Duktus. Die umfangreiche Rolle des Evangelisten wurde von Tenor Hans Jörg Mammel ausgeführt.
 

Insgesamt spannte das Zusammenwirken von Chor, Instrumentalensemble und Solisten den Bogen über die vier Kantaten hinweg bruchlos, sauber und dynamisch professionell. Der Funke der Weihnachtsbotschaft sprang über.

Dirigent Christian Drengk hatte bei der Einstudierung auch den dramaturgischen Fortgang der Weihnachtsgeschichte, die Bach in seiner Musik "erzählt", im Auge behalten. Die erste Kantate, die von der Geburt Christi handelt und mit den machtvollen Paukenschlägen gleich zu Beginn ein Zeichen setzt, vermittelte Freude und Anmut. Der Sinfonietta zum Beginn der zweiten Kantate ließ das Bild der zur Krippe eilenden Hirten in opulenten Bildern entstehen. Eine kurze "Verschnaufpause" für Publikum und Aufführende ließ den Spannungsbogen nicht abbrechen, so dass die dritte Kantate fast nahtlos mit dem wunderbaren Chorgesang "Herrscher des Himmels beginnen" und enden konnte. Kantate Nummer sechs ließ die aufregenden Akzente der Verfolgung des Herodes und der Flucht nach Ägypten in nuancierten Beiträgen vor den Augen der Hörer erstehen. Die Interaktionen zwischen Chor, Instrumentalensemble und Solisten waren stimmig.
Tosender Beifall belohnte die enorme Leistung der Aufführenden.

Fazit: Auch wenn man das Weihnachts-Oratorium von megastarken digitalen Aufnahmen kennt: Nichts geht über eine solche Aufführung, die man persönlich erleben darf.
 
 
von Bianca Flier, Badische Zeitung vom 27.12.2017